Es sollte eine Routineveranstaltung werden: die Kreisverbände der Jungen Union (JU) Karlsruhe-Land und Rhein-Neckar machten sich am Dienstag auf Einladung des Europaabgeordneten Daniel Caspary zur vorweihnachtlichen „Straßburg-Fahrt“ ins Europäische Parlament nach Straßburg auf. Welchen besonderen Verlauf die Veranstaltung nehmen würde, konnte niemand ahnen.

Bei einem gemeinsamen Abendessen mit den Mitgliedern der EVP-Fraktion Daniel Caspary und Norbert Lins aus Baden-Württemberg sowie Andrey Kovatchev aus Bulgarien diskutierten die Anwesenden zunächst aktuelle europapolitische Themen. Von dem in etwa zeitgleich stattfindenden Attentat in der Straßburger Innenstadt bekam zunächst niemand etwas mit.

Als die rund 30 Teilnehmer gegen 21 Uhr das Parlamentsgebäude verlassen wollten, wurde Ihnen an der Sicherheitskontrolle der Austritt verwehrt. Grund war der sogenannte „Lockdown“.

JU-Kreisvorsitzender André Jackwerth berichtet: „Sämtliche Ausgänge waren mit Gittern verriegelt und wurden durch bewaffnete Sicherheitskräfte bewacht während Hubschrauber über dem Parlamentsgebäude kreisten. Sowohl Abgeordnete als auch Mitarbeiter und Besucher wurden in den Gebäuden gehalten. Niemand kam mehr rein oder raus.“

Laut Anna Köhler, Kreisvorsitzende der JU Rhein-Neckar, sei die Stimmung unter den Anwesenden angespannt gewesen: „Wenn man unmittelbar von so einer Tat betroffen ist, hat man erstmal ein mulmiges Gefühl. Durch die strengen Sicherheitsvorkehrungen rund um das Parlament fühlten wir uns jedoch sehr sicher.“

Bis die Ausgangssperre aufgehoben wurde vergingen über fünf Stunden. Daniel Caspary, der die Besuchergruppe während dieser gesamten Zeit begleitete, führte die Gruppe kurzerhand durch den ansonsten für Besucher unzugänglichen, zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits leeren Plenarsaal des Europaparlamentes, zeigte ihnen seine Büroräume und die Aussichtsterrasse des Parlamentes mit Blick über Straßburg. Sogar die Gelegenheit zu kurzen Gesprächen mit David McAllister und Günther Oettinger ergab sich im Laufe des Abends.

Erst gegen zwei Uhr morgens konnten die Teilnehmer schließlich unter der Begleitung von Sicherheitskräften das Parlamentsgebäude verlassen und die Heimreise mit dem Bus antreten. Wegen verschärfter Grenzkontrollen, bei denen auch der Reisebus von der Bundespolizei durchsucht wurde, kehrte die Gruppe erst in den frühen Morgenstunden nach Hause zurück.

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